Das Problem, verstanden zu werden, hat viel mit der Stufe der Lese- und Schreibkundigkeit von jemandes Zuhörerschaft zu tun.
Wo man den Versuch der Massenkommunikation unternimmt, wird unvermeidlich ein gewisser Prozentsatz der Empfänger einen schwankenden Prozentsatz der Nachricht missverstehen. Aber man braucht das nicht in apathischer Weise als gegeben hinzunehmen. Man kann sich allgemein für ein höheres Lese- und Schreibniveau der kommenden Jahre und Generationen stark machen. Und es gibt viele Zwischenlösungen, die in der Botschaft selbst liegen. Es ist sehr gut möglich, Zuhörern, die des Lesens und Schreibens relativ unkundig sind, sogar komplexe Gedanken zu vermitteln.
Auf individueller Basis ist es relativ einfach, von Verstand zu Verstand zu kommunizieren, selbst wenn die andere Person des Lesens und Schreibens ziemlich unkundig ist. Es gibt da alte – und falsche – Vorstellungen davon, dass man dazu tendiere „die Intelligenz zu beleidigen“ oder jemanden zu kränken, indem man „von oben auf ihn herabspricht“. Der wirkliche Fehler ist es, sich so auszudrücken, dass man nicht verstanden wird. Man muss weder Mitleid noch Verachtung für den „Bildungsmangel“ anderer zum Ausdruck bringen. Und es hat nichts mit der Intelligenz des anderen zu tun. Es hat alles mit der Fähigkeit des Urhebers der Mitteilung zu tun, zu dieser bestimmten Person zu kommunizieren.
Auf dem Gebiet des Wortklärens wurde eine Technologie entwickelt, um damit umzugehen. Es ist nicht immer möglich, diese Technologie in augenblicklichen Situationen einzusetzen, aber es sollte einige Bemühung unternommen werden, das zu tun. Und die Technologie sollte verstanden werden.
Einst wurde angenommen, dass eine Hauptursache für Kriege zwischen verschiedenen Nationen in ihren unterschiedlichen Sprachen zu suchen sei. Im Interesse, „Kriegen“ oder Diskussionen mit Zuhörern und Individuen vorzubeugen, sollte man versuchen, potenzielle Missverständnisse zu minimieren.
In einem technischen und wissenschaftlichen Zeitalter existiert eine beträchtliche Zunahme an Terminologie. Neue Phänomene und Ideen werden entdeckt, die bisher noch nicht benannt sind. Und so werden neue Wörter eingeführt. Das gilt für jede Bestrebung und jeden Fortschritt innerhalb der Gesellschaft. Aber es gibt Wege, auch damit umzugehen.
Der französische Philosoph Voltaire sagte einmal etwas in der Art, dass die, die sich mit ihm auseinandersetzen wollten, ihre Ausdrücke definieren sollten. Er stand am Rande einer Entdeckung. Auseinandersetzungen werden meistens durch missverstandene Wörter hervorgerufen.
Wenn man zwei Menschen heftig miteinander streiten sieht, könnte man annehmen, dass sie sich von Prinzipien, Wünschen oder Meinungen nicht lösen können. Und natürlich könnte das hier der Fall sein. Aber wenn man jeden der beiden Streitenden, einen nach dem anderen beiseite nähme, würde man in ihrem Umgang miteinander oder in ihrer Vergangenheit Schlüsselwörter finden, die gegenüber dem anderen benutzt wurden und die der andere nicht verstand. Während dies zwar nicht unbedingt ihre Meinungsverschiedenheit beseitigen würde, so würde es doch sicherlich die Hitze aus dem Gefecht entfernen.
Es ist gewiss, dass ihre Missverständnisse untereinander irgendwie in früheren missverstandenen Wörtern wurzeln.
Ihr Fehler war, dass sie nicht bemerkten, dass sie Wörter benutzten, die der andere nicht verstand, oder für die er falsche Definitionen besaß, und dass sie dann diese Wörter nicht definierten.
Diese Behauptung mag unglaublich erscheinen, bis man das Experiment tatsächlich durchgeführt hat. Ein Ehemann und eine Ehefrau streiten sich beständig über das Thema Geld. Er benutzt laufend das Wort „haushalten“, wenn sie ihre häusliche Wirtschaftslage diskutieren. Wenn wir die Worte untersuchen, die sie benutzen, finden wir heraus, dass die Frau „haushalten“ fälschlicherweise als „hungern“ definiert hat, wohingegen es von „bewahren“ (Haus halten = das Haus bewahren) herstammt und „sparsam mit seinem Geld und seinen Ressourcen wirtschaften“ bedeutet. Klärung des missverstandenen Wortes bewirkt zumindest eine Ausrichtung der Absichten. Der Ehemann hat niemals bemerkt, dass er ein Wort benutzte, das heftige Reaktionen hervorrief.
Es drängt den Schüler danach, die Schule zu verlassen, zu revoltieren, Schwierigkeiten zu verursachen, und schließlich bricht er die Schule ab. Eine sorgfältige Untersuchung bringt zum Vorschein, dass er tatsächlich viele Schulklassen zuvor in Hoffnungslosigkeit über die gehirnzermarternden Ausdrücke der Arithmetik geriet. Nachdem ihm geholfen und das Problem geklärt wurde, fragt er sich plötzlich, was wohl in ihn gefahren ist, und er reagiert positiv. Der Urheber des arithmetischen Textes unterließ es, angemessene, einfache Definitionen der Wörter anzugeben, und benutzte sogar noch weit ausgefallenere Wörter, als nötig waren.
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Wortklären: Ausbildung & verstehen von L. Ron Hubbard Fortsetzung...
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